
Kapitel 1 "Das menschliche Gehör"
Kapitel 2 "Ursachen für Schwerhörigkeit"
Kapitel 3 "Verschiedene Arten von Schwerhörigkeiten"
Kapitel 4 "Tinnitus"
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Das zentrale Element unseres Gehörs ist das Ohr. Es nimmt Schallwellen auf, formt diese in elektronische Impulse um und leitet sie entlang des Hörnervs zum Gehirn. Dort werden Töne, Geräusche und Sprache aufgenommen, verarbeitet und interpretiert.
Dieses besteht aus der Ohrmuschel (Auricula), die den Schall sammelt und hilft festzustellen, aus welcher Richtung er kommt, sowie aus dem äusseren Gehörgang und dem Trommelfell. Wenn der Schall das Trommelfell erreicht, beginnt es zu vibrieren und leitet ihn durch diese Bewegungen zum Mittelohr weiter.
Auf nur einem Quadratzentimeter des Mittelohrs befinden sich die drei kleinsten Knochen des Menschen: Hammer, Amboss und Steigbügel. Ihre Bewegungen werden durch die Bewegungen des Trommelfells ausgelöst und Schall um das Zwanzigfache verstärkt, um die Weiterleitung zum Innenohr zu gewährleisten.
Im Innenohr findet sich das eigentliche Hörorgan - die Hörschnecke (Cochlea). Eine Schnecke hat ca. 20.000 kleine Sinneszellen (sog. Haarsinneszellen), die den Schall in hohe und tiefe Frequenzen (Tonhöhen) aufteilen. In den Haarsinneszellen wird die Lautstärke von Tönen, Geräuschen und Sprache bestimmt und die mechanischen Schwingungen (vom Trommelfell und den Gehörknöchelchen) in elektrische Impulse umgewandelt. Diese Impulse erreichen über den Hörnerv das Gehirn, wo sie zugeteilt und verarbeitet werden. Erst hier - im Gehirn - wird zwischen den einzelnen Wahrnehmungen unterschieden und daraus die unterschiedlichen Empfindungen des Gehörten bestimmt.

In der Schweiz leiden ca. 10 % der Bevölkerung an mehr oder weniger schweren Hörproblemen. Den Hauptanteil der Betroffenen machen die über 65-jährigen aus.
Starker Lärm ist eine der Hauptursachen für das Entstehen von Hörproblemen. Der Lärm im alltäglichen Leben ist nicht nur ärgerlich, sondern auch schädlich und das nicht nur für das Gehör. Er kann auch Bluthochdruck, Herzrasen, Darmprobleme, Sodbrennen, Muskelverspannungen und vieles mehr verursachen.
Etwa ein Drittel der Hörprobleme zeichnen sich schon im Kleinkindalter ab. Sollte es Fälle von Schwerhörigkeit in der Familie geben, ist die Wahrscheinlichkeit einer Vererbung höher, als bei Personen ohne bekannte Hörprobleme in der Familie.
Verschiedene bakterielle Infektionen und Viruserkrankungen (Scharlach, Masern, Meningitis,...) können mehr oder weniger ernste Hörprobleme verursachen. Selbst Ohrentzündungen, keine seltene Krankheit, insbesondere in der Kindheit, können bleibende Hörverluste hervorrufen, wenn diese nicht medizinisch behandelt werden.
Dies ist eine Krankheit, bei der die Bewegung des kleinen Knochens im Mittelohr beeinträchtigt ist. Die Vibrationen, die in das Innenohr geleitet werden sollen, kommen durch die Verknöcherung gedämpft und leiser am Innenohr an, als bei einem gesunden Gehör. Dadurch kommt es zu Hörproblemen.
Es ist nachgewiesen, dass einige Medikamente das Gehör beeinträchtigen können. Sie werden Ototoxica genannt, das heisst, sie sind schädlich für das Gehör. Auch Alkohol und Rauchen können das Gehör beeinflussen.

Bei einer Schalleitungs- Schwerhörigkeit sind das äussere Ohr oder das Mittelohr beschädigt, also die Teile des Ohres, die für die mechanische Übertragung des Tones verantwortlich sind. Personen, die an dieser Art von Hörverlust leiden, hören leise Sprache und Geräusche schwächer, unabhängig von der Tonhöhe. Sie haben das Gefühl, als wären ihre Ohren "wie durch Watte" verschlossen und hören sich selbst ungewöhnlich laut sprechen.
Eine Schallempfindungs- Schwerhörigkeit hat ihre Ursache im Innenohr. Es kann sich hier um Probleme mit den Haarsinneszellen handeln (einmal defekte Haarzellen können sich nicht regenerieren oder nachgebildet werden). Es kann aber auch sein, dass die ankommenden Schalle nicht korrekt in Nervenimpulse umgewandelt werden. Betroffene mit dieser Art von Schwerhörigkeit hören - aber sie verstehen nicht: Schalle können nicht richtig ausgewertet und verarbeitet werden.
Wenn sowohl das Mittelohr, als auch das Innenohr beeinträchtigt sind, spricht man von einer kombinierten Schwerhörigkeit. In einem solchen Fall treten die Probleme der beiden oben angeführten Arten von Hörverlusten gleichzeitig auf.
Bei diesen Arten von Schwerhörigkeiten ist entweder der Hörnerv in seiner Funktion beeinträchtigt, oder die eigentliche Verarbeitung von Schallen im Gehirn ist in ihrer Funktion gestört.

Er ist weitverbreitet, unbequem und in seiner chronischen Form kaum heilbar! Der Tinnitus stellt jeden zehnten Erwachsenen vor grosse Probleme...
Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für alle Arten von Ohr- und Kopfgeräuschen, die nicht von aussen auftretenden Schallwellen erklärt werden können. Diese Geräusche können wie ein Läuten, Summen, Zirpen, Pfeifen, Brummen, Rauschen, Rasseln, usw., wahrgenommen werden. Es überwiegen hochfrequente Geräusche, welche mit den dominierenden Hörverlusten im hochfrequenten Bereich zusammenhängen können.
Kein Tinnitus klingt wie der andere! Er kann aus mehreren Geräuschen zusammengesetzt sein, er kann in einem oder in beiden Ohren klingen, aber auch links und rechts völlig unterschiedliche Klangqualitäten aufweisen. Besonders belastend sind sich dauernd ändernde Geräusche.
Da Tinnitus nur sehr schwer richtig behandelt werden kann, sollten sich Betroffene unbedingt in unserem Fachgeschäft beraten lassen.